RSS

Teil 1-2

Brechten ist ein Ort zwischen Lünen und Dortmund, der stets seinen eigenen Charakter bewahrt hat. Das ist auch gut und soll noch lange so bleiben!

 

Auch heute geht es wieder um den möglichen Windpark in der Brechtener Niederung. So eine geballte Ansammlung Windmühlen  – zwischen 10 und 20 Stück,  dicht beieinander stehend und jeweils mind. 150 m hoch,  ist für Menschen, die in unmittelbarer  Nähe eines solchen Umfeldes leben müssen, zu einem  Problem geworden. Sie  wehren sich dagegen! Auch Brechtener Bürger zeigen sich beunruhigt und sehen alarmiert hauptsächlich 3  Punkte auf sich zukommen. Es geht um die viel zu geringen Abstände zwischen Windrädern und Wohnbebauung, den Lärm, den sie verursachen; doch ihre große Sorge gilt dem Infraschall, der durch die Rotorblätter entsteht, sobald sie sich drehen und der Gesundheit schadet.

 

Außerdem handelt es sich in unserem Vorort um ein Landschaftsschutzgebiet. Doch mangels größerer, geeigneter  Areale, wurde inzwischen dieses Prädikat abgeschafft; also können diese Flächen  künftig ebenfalls verspargelt werden. Wen wundert’s da noch, dass es inzwischen allein in Deutschland rund 1000 Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen gibt! Und es werden immer mehr! Die  Menschen machen das doch nicht einfach nur so oder aus Lust an Streitereien mit wem auch immer!

Auch die meisten Brechtener sind sich einig: die „Niederung“ hat weiterhin unangetastet zu bleiben. Wo sonst in Dortmund gibt es noch so großflächig erhaltene wunderschöne Heckenlandschaften, Obstwiesen, Tümpel, alten Baumbestand, Wiesen und Felder, die immer noch bewirtschaftet werden.

 

Hier kann man wunderbar spazieren gehen, Rad fahren, reiten, bei gutem Wetter im Garten des  „Peardekotten“ ein Bier trinken und dabei den Ausblick auf die schöne Landschaft genießen, oder man durchfährt das Gebiet mit dem PKW und erfreut sich währenddessen an der intakten Natur.

 

Bevor wir zu weiteren Details kommen, die unserer Meinung nach zwingend genug sind, von einem Windpark in der Brechtener Niederung abzusehen, ein kluger Spruch des griechischen  Philosophen Aristoteles:

„“Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel entsprechend  setzen„“. Schon damals hat dieser kluge Mann klar erkannt: Man hat  keinen Einfluß auf die Richtung, aus der Wind mehr oder weniger heftig weht. Aber!! jeder von uns ist in der Lage, selbst nur das geringste Lüftchen zu spüren und kann wechselnde Windrichtungen daher erkennen. Allerdings seinen  Verstand … muß man dann schon benutzen, will man wissen, warum gerade ein Orkan auf uns zustürmt und uns kein mildes Lüftchen ansäuselt. Von daher sollte Aufmerksamkeit immer geboten bleiben. Seitens der Stadt können unpopuläre Entscheidungen dermaßen schnell getroffen werden,  dass sofortiges Nachhaken und Einschreiten durch Bürger oder Initiativen nicht mehr möglich sind.

 

Ein Beispiel:

Wir erinnern uns sehr genau an eine Bemerkung, geäußert vor ca. 14 Jahren von Karl-Friedrich Ostholt, seinerzeit Leiter des Planungsamtes und engster Mitarbeiter von Ullrich Sierau, als er noch Planungsdezernent war. Er sagte damals:

„“Wenn irgendwann der Startschuß zu einer wichtigen Sache gefallen ist, dann müssen am nächsten Tag die Bagger da sein, damit Bürger-Initiativen in der Kürze der Zeit überhaupt keine Chance haben, eingreifen zu können“.

 

Und wie ging es weiter? Lesen Sie Teil 2!

 

Teil 2

Aus gegebenem Anlaß erinnern wir an diesen Satz: „“Wenn irgendwann der Startschuß zu einer wichtigen Sache gefallen ist, dann müssen am nächsten Tag die Bagger da sein, damit Bürger-Initiativen in der Kürze der Zeit überhaupt keine Chance haben, eingreifen zu können“.

Zitatende

So gesagt –  Januar 2002 -  im Hotel Dress von Karl-Friedrich Ostholt, damals Leiter des  Pl.Amtes, als ihn die FDP  gebeten hatte, den neuen FNP und damit auch die Strategie  für eine „Gewerbeansiedlung in der Brechtener Niederung“ vorzustellen. Das bedeutet: die Stadt Dortmund wird- sofern es ihr paßt – unpopuläre Entscheidungen auch sehr schnell treffen, und zwar ohne dass Bürger noch eingreifen können. Längst ist das Schnee von gestern! Aber  man gedachte offensichtlich, genau  soo  vorzugehen. Für uns blieb daher bis heute diese Aussage eine Warnung. Ebenfalls wieder vorgestellt wurden vor 2 Monaten im Rathaus die 5 Vorranggebiete für Windräder, die da wären: Ellinghausen, Groppenbruch, Eichlinghofen, Westfalenhütte und die Brechtener Niederung!

 

In der abschließenden Frage- und Antwortstunde verteidigte  Claudia Bredemann vom Gutachterbüro Ökoplan aus Essen  die Flächen zwar nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen,  wies aber schon mit Nachdruck darauf hin, dass in Dortmund in jeden Fall  Windräder errichtet werden; lediglich der Standort sei noch nicht entschieden. Anwohner aus Holthausen und Brechten stellten übrigens den Großteil der gut 100 Teilnehmer. Bestens vorbereitet, fragten sie nach, baten um Erklärungen zu  verschiedensten Punkten und machten ihrem Unmut Luft, weil lt. Planung die Windräder viel zu nahe an Wohnbebauungen stehen würden.

 

Ein Brechtener machte   Stefan Thabe vom Planungsamt darauf aufmerksam, dass die offiziell als Arbeitsgrundlage dienenden Flächenkarten an einigen Stellen nicht korrekt dargestellt wären. Es sei klar zu erkennen, dass Bereiche trotz vorhandener Wohnbebauung nicht ausgespart, sondern „zur Nutzung für Windräder“ dargestellt und somit überplant seien; übrigens sehr zum Erstaunen der Eigentümer. Inzwischen hat man den Fehler korrigiert. Kritisiert wurde aber auch dies: Genau so –  wie für das Vorranggebiet „Westfalenhütte“, dort verhindert der  Horst eines Wanderfalken einen Windpark, befinden sich in der Brechtener Niederung  ebenfalls schützenswerte und auf der „Roten Liste“ stehende Vogelarten, denen man gleichermaßen 1000 m Schutz-Abstandsfläche  zubilligen muß. Im  Endergebnis des Gutachtens fehlen also eine Anzahl  geschützter Vogelarten. Dieser Hinweis wurde übrigens nicht bestritten, sondern von Claudia Bredemann  bestätigt.

 

Als Bemessungsgrundlage ist der kleine Fehler für die Planer jedoch insofern von entscheidender Bedeutung, als das dadurch die Abstandsflächen nicht  zu vergrößern sind. Somit scheidet die Niederung als Vorranggebiet auch nichtaus! Das hätte keinesfalls geschehen dürfen!  Oder ist es:  ganz schön geschickt eingefädelt??? Kurze Anmerkung dazu: Den Menschen billigt man als Schutzabstand lediglich eine 2-fache Windradhöhe zu, also nur 300 oder 400 m bis zur nächsten Wohnbebauung.

 

Offensichtlich wird von Fachleuten Bürgern wissentlich ein Gutachten als Arbeitsgrundlage präsentiert, das den Ausschluß als Vorranggebiet hätte bewirken müssen, nun aber weiterhin zur Vorbereitung für alle noch anstehenden Planungsarbeiten dient.  Und was geschieht mit den geschützten Vogelarten?